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Kaiserstuhl, Breisach

Vor rund 15 Millionen Jahren, unter viel Donner und Getöse, erhob sich im steten Wechsel von Lava und Ascheregen der Kaiserstuhl, der heute wie eine dem Schwarzwald vorgelagerten Insel aus der Oberrhein Ebene hervorragt. Zwei Gegensätze, wie sie größer kaum sein könnten: Auf der einen Seite erst der erst seit dem Mittelalter besiedelte Schwarzwald mit Italien, wenig fruchtbaren Gebirgshängen und einem rauen, kühlen Mittelgebirgesklima, auf der anderen Seite der schon seit der Steinzeit besiedelter Kaiserstuhl mit einem fruchtbaren Lösboden und einem fast schon mediterranen Klima. Und so heißt es nicht umsonst:” badischer Wein, von der Sonne verwöhnt” am Kaiserstuhl. In der wärmsten und sonnenbeschienensten Fläche Deutschlands wurden schon Temperaturen von 67°C gemessen. Hier, wo der Müller-Thurgau, der Silvana und der Spätburgunder gedeihen, kursiert eine alte, feindselige Geschichte: einst versuchte ein Bauer die süddeutsche Redensart “wenn Mönche weinen, regnet es? damit zu erklären, dass einem Mönch vom vielen Wein trinken der Kopf rauche und der aufsteigende Dunst kondensiert.
Von Mönchen und Wein

Die Mönche aber waren um eine Antwort nicht verlegen: Könnte der Wein sprechen, würde er sagen: die Diener Gottes, zwingen sich, damit schließlich nichts, dem Leib der gottlosen einverleibt, mit diesem in die Hölle fahren muss”.
Seit den siebziger Jahren gibt es die vielen kleinen, an den Hängen übereinander gestaffelten Trassen nicht mehr. Als allmählich Landmaschinen für den Weinbau auf den Markt kamen, wurden die Weinberge umgebaut. Damals wurden in einer gigantischen Flurbereinigung ausgedehnte, bis zu einem kilometerlangen Terrassen Landschaften geschaffen, die damals manch einem an apokalyptischen Mondlandschaften gemahnten. Das damals von Naturschützern prophezeite Aussterben der vielfältigen Flora und Fauna des Kaiserstuhls hat sich nicht dem befürchteten Ausmaß bewahrheitet, immer mehr kehrt die ursprüngliche Flora und Fauna zurück.

Durch die außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen wartet der Kaiserstuhl mit einer fast schon mediterranen Tier- und Pflanzenwelt auf. Rund 2700 Schmetterlingsarten und über 60 Schneckenarten sind dort zu finden, so zum Beispiel die Smaragdeidechse. Eine zoologische Rarität ist in Gottesanbeterin, die wegen ihrer erhobenen, zusammengelegten Fangarme bekannt ist. Unter den Pflanzen sind unter anderem Küchenscheinen, Kugelblumen oder Ginsterkraut zu finden, seinen botanischen Reichtum aber verdankt der Kaiserstuhl den zahlreichen Orchideenarten, die sich in den Monaten Mai und Juni entwickeln und erblühen.

Rund um den Kaiserstuhl

Rund um den Kaiserstuhl und Teile des benachbarten Gutenbergs führt eine 64 kilometer lange Kaiserstuhl-Route für Radfahrer. Der Weg verläuft durch eine fruchtbare und vielfältige Landschaft und 12 Ortschaften, deren Namen Weinkennern wie Musik in den Ohren klingen, werden dabei auch passiert. Die schönste Jahreszeit für einen Radausflug am Kaiserstuhl ist es früher zurzeit der Obstgüte und der Herbst. Dieses Erlebnis sollte man sich also auf keinen Fall entgehen lassen, schließlich handelt es sich um einen Ort von ganz besonderer Flora und Fauna, wie es sie nirgendwo anders in Deutschland zu bewundern gibt.

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